Sonntag, 29. Juni 2014

Geduldsprojekt Betonlampe




 Hallo Ihr Lieben!

Dieser Post fällt mal wieder in die Kategorie "von langer Hand vorbereitet", denn wer eine Betonlampe selber machen will, der braucht schon etwas Geduld. (Irgendwie taucht hier das Thema Geduld immer wieder auf, dabei ist das nicht unbedingt immer meine stärkste Seite...)

Oh manoman, wenn man in meine Garage guckt, dann entdeckt man nicht nur Möbel, deren Potential meist nur ich allein erkenne, sondern auch leere Flüssigwaschmittelflaschen. Ehrlich, ich schwöre, ich bin KEIN Messi!!!

Die Idee habe ich im letzten Jahr schon im www entdeckt und mich erst einmal an Teelichthaltern aus Trinkbechern versucht. Die sind ganz gut gelungen und Beton ist mir auch nicht ganz so fremd. Ich habe nach einer Anleitung gesucht und auch gefunden, aber leider kann ich diese hier noch nicht verlinken, da ich natürlich nachgefragt, derzeit aber noch keine "go" erhalten habe.



Folgende Zutaten braucht man für den Betonfuß:

Beton
gereinigte Flüssigwaschmittelflasche
Lampenfassung
Kabel mit Stecker und Schalter
Schlauch
Wasser
Klebeband
Schere/Messer/Cutter
Eimer
Blumenschaufel
Waage/Messbecher








Eine vernünftige Vorbereitung des Arbeitsplatzes  ist nicht zu unterschätzen, vor allem, wenn man alleine werkelt und man niemanden mal schnell zu Hilfe rufen kann.






Zuerst wird die Flasche geköpft.


Das geht deutlich schwerer als gedacht, aber wenn man einen Anfang hat, kann man das Cuttermesser gut unterhalb des Verschlußgewindes entlangziehen.








Dann muss ein Loch an der Seite hinein geschnitten werden, in welches das Lampenkabel geführt wird. Ist man allerdings so perfektionistisch veranlagt wie Frau LeineLiebe und will für die Ewigkeit bauen, dann betoniert man nicht das Kabel ein, sondern ein Stück Schlauch. Das habe ich als Meterware in der Zooabteilung vom orangenen Baumarkt mit dem Tierchen bekommen. Kostet nur ein paar Cent, hat aber den Vorteil, dass man notfalls das Kabel später austauschen kann.















Ich habe mich übrigens für die Seite mit dem Griff entschieden, ich fand es dort einfach harmonischer. Wenn man allerdings schon im Vorfeld genau weiß, wie die Lampe später stehen wird, kann man das Kabel auch auf der Rückseite rauskommen lassen. (Das fällt mir aber jetzt erst ein, wo ich diesen Post schreibe!)






Zum Einfüllen des Betons habe ich mir einen Trichter gebaut. Da ich nicht wie in der Anleitung vorgeschlagen das Deckblatt eines Magazins hatte, habe ich eine Klarsichtfolie geopfert. Eine Seite Papier hinein zur Stabilisierung und dann zum Trichter gedreht und mit Klebeband fixiert.










Jetzt geht es endlich ans Anmischen :-) Aber Vorsicht: Beton staubt und den Staub sollte man besser nicht einatmen. Grundsätzlich ist Beton so eine Sache bei der es sich empfiehlt, mit Handschuhen zu arbeiten. Einmalhandschuhe sind da nicht schlecht, da sie für Bastelarbeiten das erforderliche Fingerspitzengefühl zulassen!






Und wenn man zu gierig auf das Panschen mit Beton ist, dann passiert so etwas: Ich  hatte vergessen, das Loch für den Schlauch abzukleben... Das konnte aber schnell behoben werden!







Die Lampenfassung ist unten halbrund, daher habe ich aus Alufolie einen "Dummy" gebaut, den ich in am Flaschenhals in den Beton hereingedrückt habe, um später entsprechend Platz für die Fassung zu haben.









Satt Beton einfüllen und dann das andere Teil der Fassung in den Beton einlassen.
Ehrlich gesagt, habe ich an diesem Punkt noch keine Ahnung, ob das alles beim Ausschalen so hinhauen wird, wie ich mir das denke...

... und jetzt heißt es mal wieder Geduld haben und warten. Lieber einen Tag länger als zu kurz, denn schließlich soll alles gut durchhärten.


Wenn ich mal ehrlich bin, dann ist es jetzt Wochen her, dass ich den Part bis hierhin schon geschrieben habe. Aber was lange währt, fängt auch irgendwann an zu Leuchten? Wie das heißt nicht so? Doch, guckt mal weiter....


Endlich konnte es mit dem Ausschalen beginnen. Die einzig logische Möglichkeit ist eigentlich dort, wo der Schlauch hinaus kommt. Ich wollte ja schließlich am Hals nicht das Gewinde der Fassung versehentlich lösen.

Ein Anfang war schnell gemacht, danach allerdings... Ich sage nur: Nagelschere! Mit etwas anderem war kein Herankommen, schließlich wollte ich die Oberfläche ja nicht beschädigen. Die Dinger sind echt ziemlich unkaputtbar!






Das war wirklich Millimeterarbeit und hat KEINEN Spaß gemacht. Einzig und allein die Tatsache, dass ich draußen auf dem Balkon in der Sonne geknibbelt habe, hat mich (und die Nachbarn) vor lautem Fluchen bewahrt...


Auf den Bildern könnt Ihr aber ganz gut erkennen, dass sich immer noch Restfeuchtigkeit in der Flasche gehalten hat. Aber nach dem Ausschalen hatte ich eh erst einmal das Näschen voll und habe die Flasche noch eine Woche in der Ecke stehen lassen.









Dann habe ich sie mit mattem Klarlack gestrichen. Die Oberfläche an sich ist schön glatt geworden, aber irgendwie hat man immer einen leichten Zementschleier an den Händen, wenn man sie anfasst.







Jetzt kam der eigentlich für mich schwierigste Teil, weil ich von zwei Sachen handwerklich keinen großen Schimmer habe: Strom und Wasser, dazwischen geht alles.
Ich muss gestehen, dass ich mir sogar schon Hilfe organisiert hatte für den finalen Zusammenbau der Fassung, aber dann kam mal wieder alles anders.

Kurzversion?: Meine Jalousie für's Fenster kam mit der Post und die wollte ich anbringen, also eigentlich handelt es sich um einen Ersatz für eine kaputt gegangene. Beide sollten ein Meter breit sein, waren sie aber nicht, also musste ich für den Halter ein neues Loch bohren, wobei ich auf einem Stahlträger gelandet bin. Ach ja, die Kurzfassung, ich vergaß: 2 Stunden, ein paar neue Löcher, Gesuche nach dem aus dem Karton der Bohrmaschine herausgefallenem Bohrfutterschlüssel und einer Mischung aus Verzweiflung, Ärger und Nicht-von-so-einem-Kram-besiegen-lassen-wollen, hing die Jalousie und getragen von diesem Hochgefühl hatte ich beschlossen, dass mich so eine kleine Fassung nicht mehr aus selbiger bringt!
Tschakka!



Das Kabel ließ sich superleicht durch den Schlauch schieben, irgendwie hatte ich da gedacht, das würde schwerer gehen.








Und da ist sie nun:


Den Lampenschirm gab's beim großen Möbelschweden, derzeit denke ich noch drüber nach, ob ich ihn so schlicht lasse oder nicht, was mein Ihr?

Ich bin auf jeden Fall stolz wie Bolle, dass ich das alles alleine geschafft habe. Erste positive Feedbacks gab es auch schon!

Wer es bis hierhin geschafft hat: Gratulation, das war bestimmt nicht einfach! So, ich bin jetzt mal Kuchen futtern und nachher Fußball gucken!

Euch noch einen schönen Sonntag:-)

Kommentare:

  1. Hi, schick ist sie geworden. Ich glaube, ich würde die Steinchen noch auf den Lampenschirm machen. So finde ich persönlich doch sehr schlicht. Liebe Grüße Diana

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    1. Danke :-) Also Steinchen sind schon auf dem Weg, aber so ganz sicher bin ich mir noch nicht, na, mal abwarten :-)
      Liebe Grüße
      Vanessa

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  2. Hallo und viele Grüße von Buchenbusch urban design!

    So haben wir damals auch angefangen und wir wissen noch ganz genau, was das für eine Arbeit war! "Mal eben" ist das nicht getan, wenn das Ergebnis gut und dauerhaft sein soll. Es klappt aber mit der Zeit immer besser.

    Wir haben die Versuche so lange optimiert, bis wir eine serienreife Betonlampe entwickelt haben. Die kann man unter www.buchenbusch.com/shop/betonlampen ansehen.

    Für alle, die eine Lampe in Handarbeit herstellen möchten, geben wir gerne Hilfestellung. Schreibt uns einfach über www.buchenbusch.com

    Viele Grüße,
    Euer Team von Buchenbusch urban design

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